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Diese Seite wurde am 2025-08-16 aktualisiert und wird regelmäßig bei neuen Erkenntnissen überarbeitet.
=== Bei Tieren === Bei der Milchkuh muss zur Entleerung des Euters durch das Saugen des Kalbs oder durch andere Reize, auf welche die Kuh konditioniert ist, das in ihrer Hirnanhangdrüse gespeicherte Oxytocin freigesetzt werden. Das Oxytocin bewirkt für fünf bis acht Minuten das Einschießen der Milch in die Milchzisterne des Euters, von wo sie durch die Melkmaschine abgesaugt oder beim Melken von Hand durch die Finger ausgepresst werden kann. Untersuchungen bei monogamen Präriewühlmäusen (Microtus ochrogaster) lassen vermuten, dass Oxytocin auch bei der Paarbindung eine Rolle spielt. Im Gegensatz zu polygamen Rocky-Mountains-Wühlmäusen zeigen Präriewühlmäuse eine ausgeprägte, langzeitige und paarweise Partnerbindung. Verschiedene Untersuchungen fanden eine kritische Rolle von Oxytocin bei der Ausprägung dieser Partnerpräferenz: Injizierte man Präriewühlmäusen einen Oxytocin-Antagonisten, so verhielten sich diese im Partnerverhalten ähnlich den polygamen Bergwühlmäusen und zeigten keine längerzeitigen sozialen Bindungen mehr. Die Untersuchungen ergaben, dass Oxytocin notwendig und hinreichend zur Ausprägung der Partnerpräferenz ist. Interessanterweise scheint es jedoch nicht die Menge an endogen ausgeschüttetem Oxytocin an sich zu sein, welche das soziale Bindungsverhalten beeinflusst, sondern die spezifische Ausbildung von Oxytocin-Rezeptoren im Gehirn. So unterscheiden sich die Rezeptorverteilungen im Gehirn von Prärie- und Bergwühlmäusen in charakteristischer Weise.
Quellen: de.wikipedia.org
Zudem zeigen Präriewühlmäuse ähnliche Rezeptorverteilungen wie eine andere monogame Spezies (Wiesenwühlmäuse). Weibliche Bergwühlmäuse, die nur in der Zeit unmittelbar nach der Geburt des Nachwuchses ein längerzeitiges Bindungsverhalten zu ihren Nachkommen zeigen, weisen exakt in dieser Zeit eine Veränderung in ihrer Oxytocinrezeptorverteilung auf. Eine 2016 publizierte Studie belegte ferner, dass Präriewühlmäusen, die in Experimenten aversiven Reizen ausgesetzt worden waren, danach von ihnen bereits länger bekannten Artgenossen besonders intensiv das Fell gepflegt wurde; auch dieses Verhalten wurde auf das Hormon Oxytocin zurückgeführt. Eine 2013 veröffentlichte Studie zeigte, dass Oxytocin die Erinnerung an soziale Interaktion verstärkt und dass dies im Falle positiv bewerteter Interaktionen die Furchtsamkeit verringere, aber umgekehrt bei negativen Erinnerungen zu erhöhter Furchtsamkeit führe.
Quellen: de.wikipedia.org
=== Beim Menschen === Perinatalperiode Oxytocin spielt perinatal eine wesentliche Rolle; so ist ein Anstieg der Dichte von Oxytocinrezeptoren im Gewebe des Uterus kurz vor dem Einsetzen von Geburtswehen zu beobachten. Oxytocin wird häufig zur Geburtseinleitung verwendet, da es wehenverstärkend wirkt. Darüber hinaus hat es weitere Wirkungen: In einer vertrauten, ruhigen und sicheren Umgebung wirkt Oxytocin beruhigend und stressreduzierend, bei einem hohen Stresspegel, wie er auch den Wehen vorliegen kann, kann es jedoch eine gegenteilige Wirkung entfalten und zum Beispiel kurzzeitig den Blutdruck und Cortisolspiegel erhöhen und den Puls beschleunigen. Mittel- und langfristige Auswirkungen einer Geburtseinleitung mit Oxytocin auf das Kind und die Mutter sind bisher wenig untersucht. Ein systematischer Review zeigte auf, dass in mehreren Studien ein geringerer Oxytocinspiegel häufiger mit depressiven Verstimmungen im Wochenbett einhergeht, wobei dieser Zusammenhang nur in einigen der Studien statistisch signifikant war. Es gibt Hinweise darauf, dass der medikamentöse Einsatz von Oxytocin bei der Geburt mit einer höheren Rate depressiver Verstimmungen bei der Mutter einhergehen und die Aufnahme des Stillens nach der Geburt erschweren kann. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass es sich ungünstig auf die anfängliche Mutter-Kind-Bindung auswirken und später häufiger zu Schwierigkeiten beim Stillen und zu exzessivem Schreien im Säuglingsalter kommen kann.
Quellen: de.wikipedia.org
Mütter berichten Hebammen mitunter von einer anderen Qualität in der Bindung des Oxytocinkinds im Vergleich zu den Geschwistern, die ohne Oxytocin auf die Welt gekommen waren. Als eine mögliche Erklärung wird angegeben, dass eine perinatale Gabe von Oxytocin zu einer Herabregulierung beziehungsweise zu einer Veränderung der Anzahl der Oxytocinrezeptoren führen könnte, wodurch das natürliche Oxytocin in seiner Wirkung gehemmt würde. Stillen und Bindung Der Reflex der Milchejektion einer stillenden Mutter wird von der Oxytocinkonzentration gesteuert. Bereits wenn sie den Säugling schreien hört oder an das Stillen denkt, erfolgt eine Ausschüttung von Oxytocin. Das Neuropeptid erhöht nicht nur den Milchfluss beim Saugen des Säuglings, sondern beeinflusst – zusammen mit dem Rückgang des Stress-Hormons Cortisol – auch die Stimmung der Mutter: „Es verschafft angenehme, manchmal sogar lustvolle Gefühle. […] Diese emotionale Wirkung schafft vor allem eines: Sie verstärkt die emotionale Bindung der Mutter an das Kind.“
Quellen: de.wikipedia.org
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